1. Karlsruher Mobilitätsdatensymposium
6. November 12:00 Uhr – 17:00 Uhr

Mobilitätsdaten nutzen – Potenziale, Perspektiven, Partnerschaften
Die Mobilität der Zukunft ist datenbasiert – doch wie können Mobilitätsdaten heute schon sinnvoll genutzt werden? Welche innovativen Anwendungen sind möglich, wenn unterschiedliche Akteure gemeinsam an einem Strang ziehen? Und welche Chancen eröffnet das geplante Mobilitätsdatengesetz für Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft?
Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt unseres Symposiums. Wir laden Expert*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft ein, sich zu vernetzen, Best Practices auszutauschen und gemeinsam neue Impulse für die datengestützte Mobilität von morgen zu setzen.
Themen des Symposiums:
- Innovative Anwendungen von Mobilitätsdaten in Praxis und Forschung
- Verfügbare Datensätze: Status quo und Herausforderungen
- Potenziale des künftigen Mobilitätsdatengesetzes
- Erfolgreiche Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft
- Datenbereitstellung, technische Standards und Datenschutz
Zielgruppe
Das Symposium richtet sich an alle, die datenbasierte Mobilität gestalten möchten – egal, ob sie Daten bereitstellen, nutzen oder sich zum Thema vernetzen wollen. Jetzt direkt auf Eventbrite anmelden!
Agenda
12:00 Mittagssnack im TRIANGEL
13:00 Begrüßung
- PaxFlow Monitor – Frequenzmessung im Reallabor Innenstadt (Lena Ahner und Meng Jin, Fraunhofer IAO)
Das im Rahmen des Urban Innovation Hub Heilbronn entwickelte PaxFlow Monitor System ermöglicht die Realisierung innerstädtischer Personenzählung mit kostengünstiger Hardware. Die gewonnenen Echtzeitdaten unterstützen Forschung, Stadtverwaltung, Handel und Gastronomie bei der Umsetzung von Smart-City-Lösungen. - Radelnd Feinstaub Messen (Felix Hörner, CycleSense)
Im Citizen-Science-Projekt CycleSense fahren Freiwillige mit kleinen Feinstaubmessmodulen am Fahrradlenker durch Karlsruhe. Felix Hörner aus dem Projektteam erklärt, welche Daten dabei erfasst werden und wofür diese verwendet werden können. - Berechnung der individuellen Feinstaubexposition auf Basis von öffentlichen BikeSharing-Daten (Thomas Mayer, FZI Forschungszentrum Informatik)
Im Projekt GOFFI wurde eine Smartphone-App entwickelt, die die Feinstaubexposition von Radfahrer*innen anhand des individuellen Atemvolumens und der orts- und zeitabhängigen Feinstaubkonzentration in der Atemluft bestimmt. Zur Erprobung wurde neben aufgezeichneten Strecken von Proband*innen auch ein umfangreicher Datensatz mit gefahrenen Strecken aus öffentlich zugänglichen BikeSharing-Daten aus München erstellt. - Datenschutz vs. Datenspende beim OpenBikeSensor (Thomas Obst, Open Bike Sensor e.V.)
Der OpenBikeSensor e.V. sammelt von Fahrradfahrenden bereitgestellte GPS-Tracks mit georeferenzierten Überholabstandsmessungen. Da es sich um Geodaten mit Zeitstempel handelt, sind die Daten personenbeziehbar. Gleichzeitig besteht der Wunsch, möglichst große Teile der Daten für die Nutzung durch Forschungsprojekte und Verkehrsplanung als Open Data zu veröffentlichen.
14:15 Kaffee-Pause
14:45 Session – Mobilitätsverhalten
- MobilKULT: Was Umfragen uns über Mobilität und Politikakzeptanz verraten (Dr. Josephine Tröger, Fraunhofer ISI)
MobilKULT analysiert anhand von Umfragedaten, wie Menschen in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern mobil sind und welche Einstellungen sie gegenüber Mobilitätsthemen und politischen Maßnahmen haben. Der Beitrag zeigt auf, welche Erkenntnisse klassische Befragungsformate heute noch liefern können, wie sie gezielt für die Weiterentwicklung von Mobilitätsstrategien genutzt werden können und entwickelt Ideen für das Zusammenspiel mit anderen Datenquellen. - Mobilität im Kontext sozialer Beziehungen – ein relationaler Zugang zum räumlichen Verhalten (Dr. Maike Puhe, KIT ITAS, Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse)
In der empirischen Mobilitätsforschung werden räumliches Verhalten und Verkehrsmittelwahl häufig über Aktivitäten erfasst – etwa Einkaufen, Arbeiten oder Freizeitgestaltung. Diese Kategorien liefern jedoch nur begrenzte Einblicke in die sozialen Kontexte, die den Alltag eines Menschen prägen. Der vorgestellte Erhebungsansatz stellt die sozialen Beziehungen von Personen – zu anderen Menschen, zu Vereinen, zu Läden oder anderen Orten – in den Mittelpunkt und analysiert darauf aufbauend Ziel- und Verkehrsmittelwahl der Befragten. Der Vortrag stellt das Design sowie die methodischen Überlegungen vor, dessen Ziel es ist, Mobilität nicht nur als funktionale Bewegung, sondern als eingebettetes soziales Geschehen zu verstehen. - Dakimo – KI-basierte Prognose von Sharing-Fahrzeugen (Bastian Leferink, raumobil GmbH)
Dakimo integriert KI-gestützte Prognosen für Sharing-Fahrzeuge in die intermodale Echtzeit-Routenplanung. Obwohl gemeinschaftlich genutzte Mobilitätsdienste wie Bikesharing weit verbreitet sind, erschwert ihre dynamische Natur – die durch Nutzerverhalten, Wetter und Veranstaltungen beeinflusst wird – eine verlässliche Planung. Dem Problem begegnet Dakimo mit einem Vorhersagemodell, das die Verfügbarkeit von Fahrrädern auf Basis historischer Nutzungsdaten, Wetterprognosen und lokaler Veranstaltungskalender prognostiziert.
15:30 Kaffee-Pause
16:00 Session – Benutzerinteraktion
- Exploring the AI-based Prediction of User Journeys with Matomo (José Antonio Peregrina, Hochschule Karlsruhe)
Matomo data provides information about how users travel through an app, known as user journeys. This journey can be represented as the path travelled in a graph representing the topology of the application. With this idea in mind, we explore the application of Graph Neural Networks for path extrapolation based on the user journeys from Matomo.
- SynthiClick – Anonymization and Synthesis of Click Paths and Behavior on the Web (Prof. Dr. Thorsten Strufe, KIT KASTEL, Institut für Informationssicherheit und Verlässlichkeit)
16:30 Paneldiskussion
- Mehr Datenteilen und Datennutzung – was bedeutet das in der Praxis?
Das politische Ziel, das Datenteilen und die Datennutzung zu stärken, muss in der Praxis im Einklang mit den Regeln des Datenschutzes stehen. Welche Chancen bietet die Anonymisierung für das Teilen und die Nutzung von Mobilitätsdaten? Es diskutieren: - Reinhard Otter (MobiData BW)
- Maria Rill (FZI Forschungszentrum Informatik)
- Prof. Dr. Thorsten Strufe (KIT KASTEL, Institut für Informationssicherheit und Verlässlichkeit)
17:00 Get togehter bei Brezeln, Punsch & Glühwein
18:00 Abendprogramm „TRIALOG“ – Impuls von Markus Beckedahl und Diskussion
Das 1. Karlsruher Mobilitätsdatensymposium findet im Rahmen der Wissenswoche ANYMOS vom 05.-08.11.2025 statt.
Komm vorbei und vernetze dich schon am Morgen des 06.11. beim 4. Mobility Café, gewinne spannende Einblicke bei der Late-Night-Wissensshow „STULLE – wissenschaftlich belegt“, oder entdecke neue Perspektiven im Anschluss des Symposiums beim „TRIALOG“ – ein Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft mit Headliner Markus Beckedahl, Netzaktivist und Mit-Initiatior der „re:publica“. Weitere Events und Infos zur Wissenswoche findet ihr hier.
Veranstalter
Gemeinsam mit
Das Symposium findet in Zusammenarbeit mit dem FZI Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe statt.